Mock-Final - Künstliche Intelligenz (EKI)
Dauer: 90 Minuten · Hilfsmittel: ein beidseitig handbeschriebenes DIN-A4-Blatt, keine elektronischen Geräte · Gesamt: 100 Punkte
Dies ist die umfassendste Übungsklausur des Kurses: Sie deckt alle neun Themenblöcke (EKI00 - EKI09) gleichmäßig ab und ist im Stil der echten 90-minütigen Klausur gehalten. Simulieren Sie reale Bedingungen - eine Uhr, ein DIN-A4-Blatt, kein Taschenrechner, keine Notizen. Alle Aufgaben stützen sich ausschließlich auf die Vorlesungsinhalte.
Überblick
| Aufgabe | Thema | Punkte | Empf. Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Grundlagen & KI-Landkarte (EKI00) | 8 | 7 min |
| 2 | Klassifikation: Entropie, Information Gain, Entscheidungsbaum (EKI02) | 14 | 14 min |
| 3 | Validierung: Konfusionsmatrix & Gütemaße (EKI03) | 12 | 11 min |
| 4 | Wissensrepräsentation: RDF-Tripel & SPARQL (EKI04) | 11 | 10 min |
| 5 | Complex Event Processing: Ereignisse, Sliding Window, Inzidenz (EKI05) | 10 | 9 min |
| 6 | Computer Vision: Neuron, Backprop, Faltung & Pooling (EKI06) | 15 | 14 min |
| 7 | NLP: Bag-of-Words, tf-idf, Pipeline (EKI07) | 11 | 10 min |
| 8 | Unsupervised: k-Means-Iteration & PCA (EKI09) | 12 | 10 min |
| 9 | Ethik: Szenario & Wahr/Falsch (EKI08) | 7 | 5 min |
| Summe | 100 | 90 min |
Aufgabe 1 - Grundlagen & KI-Landkarte (8 P)
Kapitel: EKI00 - Einführung
1.1 KI-Landkarte: Paradigmen zuordnen (3 P)
Ordnen Sie jedes der folgenden fünf Verfahren dem richtigen Paradigma der KI-Landkarte (nach B. Humm) zu: Non-symbolic AI / Machine Learning oder Symbolic AI / Knowledge-based AI. Kreuzen Sie an.
| Verfahren | Non-symbolic AI / ML | Symbolic AI / Knowledge-based |
|---|---|---|
| Support Vector Machines | ☐ | ☐ |
| Ontologies | ☐ | ☐ |
| Random Forest | ☐ | ☐ |
| Logic programming | ☐ | ☐ |
| K-means | ☐ | ☐ |
1.2 Geschichte & Hype-Zyklus - Wahr oder Falsch? (2 P)
Kreuzen Sie an (je 0,5 P):
| Aussage | Wahr | Falsch |
|---|---|---|
| a) Der Begriff "Artificial Intelligence" wurde beim Dartmouth-Workshop 1956 geprägt. | ☐ | ☐ |
| b) Der KI-Winter entspricht im Gartner Hype-Zyklus dem "Plateau of Productivity". | ☐ | ☐ |
| c) Der Turing-Test wurde von Alan Turing als Kriterium für intelligentes Verhalten vorgeschlagen. | ☐ | ☐ |
| d) Der KI-Winter war Folge enttäuschter Erwartungen und führte zu massiven Förderkürzungen. | ☐ | ☐ |
1.3 Definition & Fähigkeiten (3 P)
Geben Sie die Definition von "Künstliche Intelligenz" laut Foliensatz an (1 P) und nennen Sie die vier Fähigkeiten menschlicher Intelligenz, die eine KI nachbilden möchte (2 P).
Lösung Aufgabe 1
1.1 (3 P, je 0,6 P)
| Verfahren | Paradigma |
|---|---|
| Support Vector Machines | Non-symbolic AI / ML |
| Ontologies | Symbolic AI / Knowledge-based |
| Random Forest | Non-symbolic AI / ML |
| Logic programming | Symbolic AI / Knowledge-based |
| K-means | Non-symbolic AI / ML |
Merkhilfe: Alles, was aus Daten lernt (ANN, SVM, Random Forest, k-Means, Naive Bayes, Regression), ist non-symbolic. Explizit modelliertes Wissen und Logik (Ontologies, Semantic networks, Logic programming) ist symbolic.
1.2 (2 P) a) Wahr - Dartmouth 1956 prägte den Begriff (McCarthy, Minsky u.a.). b) Falsch - der KI-Winter entspricht dem "Trough of Disillusionment" (Tal der Ernüchterung), nicht dem Plateau. c) Wahr. d) Wahr - enttäuschte Erwartungen, Förderkürzungen, Marktkollaps.
1.3 (3 P)
Definition (1 P): "Künstliche Intelligenz sind Maschinen oder Software-Anwendungen, die das Verhalten menschlicher Intelligenz zeigen."
Die vier Fähigkeiten (2 P, je 0,5 P): Wahrnehmen (perceiving), Lernen/Wissen/Nachdenken (learning, knowing, reasoning), Kommunizieren (communicating), Handeln (acting).
Tipp: Diese vier Fähigkeiten kehren als sechs Bereiche der KI-Landkarte wieder (Perceiving, Communicating, Reasoning, Acting, Learning, Knowing) - wer die vier kennt, kann die Landkarte rekonstruieren.
Aufgabe 2 - Klassifikation: Entropie, Information Gain, Entscheidungsbaum (14 P)
Kapitel: EKI02 - ML Klassifikation
2.1 Aufbau eines Entscheidungsbaums (2 P)
Ein Entscheidungsbaum besteht aus Blättern, inneren Knoten und Kanten. Geben Sie an, was jeweils in ihnen steht.
2.2 Entropie berechnen (4 P)
Verwenden Sie . Hilfswerte: , , .
a) Berechnen Sie die Entropie einer Menge mit 4 Datensätzen der Klasse A und 4 der Klasse B (2 P).
b) Berechnen Sie die Entropie einer Menge mit 6 Datensätzen der Klasse A und 2 der Klasse B (2 P).
2.3 Information Gain (Entropieverlust) (5 P)
Eine Knotenmenge enthält 8 Datensätze (4x A, 4x B), also . Es stehen zwei Splits zur Auswahl:
- Split 1: teilt in (5 Datensätze: 4x A, 1x B, ) und (3 Datensätze: 0x A, 3x B).
- Split 2: teilt in zwei Hälften mit je 4 Datensätzen (jeweils 2x A, 2x B).
a) Berechnen Sie den Entropieverlust von Split 1 (2 P). b) Berechnen Sie den Entropieverlust von Split 2 (2 P). c) Welcher Split wird gewählt und warum? (1 P)
2.4 Rekursiver Aufbau (3 P)
Erklären Sie das Kriterium, nach dem an jedem Knoten das Feature/Wert-Paar gewählt wird, wann ein Zweig zum Blatt wird, und wie es rekursiv weitergeht.
Lösung Aufgabe 2
2.1 (2 P) Die Klassen stehen in den Blättern (hier z.B. überlebt / gestorben). Die Entscheidungen (Tests, z.B. "männlich?") stehen in den inneren Knoten. Die Werte der Tests (z.B. Ja / Nein) stehen an den Kanten.
2.2 (4 P)
a) Ausgeglichen (50/50), also maximale Entropie:
b) Anteile , :
2.3 (5 P)
a) Split 1 (2 P). ist rein (nur B), also :
b) Split 2 (2 P). Beide Hälften sind 2x A / 2x B, also pro Hälfte:
c) (1 P) Gewählt wird Split 1 (), weil er den größten Entropieverlust liefert. Split 2 trennt die Klassen gar nicht (Gewinn 0).
flowchart TD
T["T: H = 1.0 (4x A, 4x B)"] --> Q["Split 1 gewaehlt (Gewinn 0.549)"]
Q -->|"T_lower (5)"| L["4x A, 1x B: H = 0.722 (weiter aufteilen)"]
Q -->|"T_upper (3)"| R["B (Blatt, H = 0)"]
2.4 (3 P) An jedem Knoten wird das Feature/Wert-Paar (Split "Feature < Wert") gewählt, das den größten Entropieverlust (Information Gain) erzeugt - ein gieriges (greedy) Kriterium. Ein Zweig wird zum Blatt, sobald seine Teilmenge Entropie 0 hat (alle Datensätze derselben Klasse). Teilmengen mit werden rekursiv nach demselben Verfahren weiter aufgeteilt.
Falle: Der Entropieverlust ist der gewichtete Verlust - die Teilentropien werden mit dem Anteil bzw. multipliziert, nicht einfach subtrahiert.
Aufgabe 3 - Validierung: Konfusionsmatrix & Gütemaße (12 P)
Kapitel: EKI03 - ML Regression/Validierung
Ein Spam-Klassifikator wurde auf 200 E-Mails getestet (positiv = Spam). Es ergaben sich:
3.1 Konfusionsmatrix (3 P)
Tragen Sie TP, FP, FN, TN in eine Konfusionsmatrix ein (Vorhersage in Zeilen, tatsächlicher Zustand in Spalten) und benennen Sie, welche Zelle dem Type I Error und welche dem Type II Error entspricht.
3.2 Gütemaße berechnen (6 P)
Berechnen Sie (je 1,5 P) mit den obigen Werten: Accuracy, Precision, Recall und F-Score. Formeln angeben und einsetzen.
3.3 Interpretation (3 P)
a) Wann ist die Accuracy als Gütemaß irreführend, und welches Maß nimmt man stattdessen? (2 P) b) Erklären Sie in einem Satz die k-fache Kreuzvalidierung. (1 P)
Lösung Aufgabe 3
3.1 (3 P)
| tatsächlich Spam | tatsächlich kein Spam | |
|---|---|---|
| Vorhersage: Spam | TP = 40 | FP = 10 (Type I Error) |
| Vorhersage: kein Spam | FN = 20 (Type II Error) | TN = 130 |
(2 P Matrix korrekt gefüllt, 1 P Type I = FP und Type II = FN richtig zugeordnet.)
3.2 (6 P)
3.3 (3 P)
a) (2 P) Die Accuracy ist bei unausgewogenen (imbalanced) Datensätzen irreführend: Ist eine Klasse selten, kann ein Modell hohe Accuracy erreichen, obwohl es die seltene Klasse kaum erkennt. Stattdessen verwendet man den F-Score (harmonisches Mittel aus Precision und Recall).
b) (1 P) Bei der k-fachen Kreuzvalidierung wird der Datensatz in Teile geteilt; man trainiert -mal mit Teilen und validiert mit dem übrigen Teil, dann mittelt man die Ergebnisse.
Tipp: Precision beantwortet "Wie viele der als Spam markierten sind wirklich Spam?", Recall "Wie viele der echten Spams wurden erwischt?" - Nenner merken: Precision teilt durch die Vorhersage-Spalte (TP+FP), Recall durch die tatsächliche Zeile (TP+FN).
Aufgabe 4 - Wissensrepräsentation: RDF-Tripel & SPARQL (11 P)
Kapitel: EKI04 - Wissensrepräsentation
4.1 RDF-Tripel (2 P)
Aus welchen drei Teilen besteht ein RDF-Tripel? Geben Sie für jeden Teil an, ob er eine Resource oder auch ein Wert (Literal) sein kann.
4.2 Modellierung in Turtle (4 P)
Modellieren Sie folgenden Satz als RDF-Tripel in Turtle-Notation (nutzen Sie a, ;, .):
"Inception (Resource
:Movie_27205) ist ein Film, hat den Titel 'Inception', die Originalsprache 'en' und gehört zum Genre Science Fiction (Resource:Genre_878, Name 'Science Fiction')."
4.3 SPARQL-Query schreiben (3 P)
Schreiben Sie eine SPARQL-Query, die für alle Filme den Titel (?t) und den zugehörigen Genre-Namen (?n) zurückgibt. Verwenden Sie den Präfix PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>.
4.4 Query-Interpretation (2 P)
a) Wie viele Spalten hat das Ergebnis Ihrer Query aus 4.3, und wodurch werden sie bestimmt? (1 P) b) Erklären Sie, wie in dieser Query der Join zustande kommt. (1 P)
Lösung Aufgabe 4
4.1 (2 P) Ein RDF-Tripel besteht aus Subjekt, Prädikat und Objekt. Subjekt = eine Resource; Prädikat = eine Resource; Objekt = eine Resource oder ein Wert/Literal (string, int, float, date, ...). (1 P Teile benannt, 1 P Resource/Wert korrekt.)
4.2 (4 P)
:Movie_27205 a :Movie ;
:title "Inception" ;
:original_language "en" ;
:genres :Genre_878 .
:Genre_878 a :Genre ;
:name "Science Fiction" .
Bewertung (je 0,5-1 P): a :Movie (Instanz), :title als String-Literal, :original_language als Literal, :genres :Genre_878 als Resource-Verweis, das Genre als eigene typisierte Resource mit :name, korrekte Trennung ; und Abschluss ..
4.3 (3 P)
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
SELECT ?t ?n
WHERE {
?m a :Movie ;
:title ?t ;
:genres ?g .
?g :name ?n .
}
4.4 (2 P)
a) (1 P) Zwei Spalten - eine pro Query-Variable im SELECT (?t und ?n). Allgemein: eine Spalte pro Query-Variable, eine Zeile pro passender Zuweisung.
b) (1 P) Die Variable ?g wird zweimal verwendet: einmal im Film-Muster (:genres ?g) und einmal im Genre-Muster (?g :name ?n). Dieselbe Variable erzwingt jedesmal denselben Wert - das verbindet Film und Genre und entspricht einem Join.
Falle: Ohne
DISTINCTerscheint ein Genre-Name so oft, wie es Film-Genre-Paare gibt (Duplikate). ErstSELECT DISTINCT ?nliefert die eindeutigen Genre-Namen.
Aufgabe 5 - Complex Event Processing (10 P)
Kapitel: EKI05 - Complex Event Processing
5.1 Drei Begriffe (3 P)
Definieren Sie Ereignis, Ereignisobjekt und Ereignistyp und geben Sie an, wie sie sich zueinander verhalten (Analogie zur objektorientierten Programmierung).
5.2 DBMS vs. CEP - Wahr oder Falsch? (2 P)
| Aussage | Wahr | Falsch |
|---|---|---|
| a) Bei einem DBMS sind die Daten persistent und die Query wird einmalig ausgeführt. | ☐ | ☐ |
| b) Bei CEP läuft die Regel dauerhaft (persistent), während die Ereignisse fließend vorbeilaufen. | ☐ | ☐ |
| c) CEP fragt gespeicherte, ruhende Daten ab. | ☐ | ☐ |
| d) Iteratives CEP kann aus low-level Ereignissen high-level Ereignisse ableiten. | ☐ | ☐ |
5.3 7-Tage-Inzidenz & Kritikalität (3 P)
Für die letzten 7 Tage wurden folgende tägliche Neuinfektionen (Daily Confirmed) gemeldet:
Die Bevölkerung beträgt 5.686.000 Einwohner. Verwenden Sie .
a) Berechnen Sie die 7-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner (2 P). b) Bestimmen Sie die Kritikalität nach der Definition: falls ; sonst falls ; sonst falls ; sonst falls ; sonst (1 P).
5.4 Sliding Window (2 P)
Erklären Sie die zwei Parameter eines Sliding ("Rolling") Window und nennen Sie zwei CEP-Anwendungen.
Lösung Aufgabe 5
5.1 (3 P) Ereignis: etwas Besonderes, das passiert ist (z.B. eine Finanztransaktion). Ereignisobjekt: ein Datensatz, der ein Ereignis repräsentiert (z.B. eine Kaufbestätigung). Ereignistyp (event type/class): spezifiziert die Struktur von Ereignisobjekten, also ihre Attribute und Datentypen (z.B. Kaufereignis mit Zeitstempel, Käufer, Produkt, Preis). Verhältnis wie in der OOP: Ereignistyp = Klasse (Schema), Ereignisobjekt = Instanz, Ereignis = umgangssprachlicher Oberbegriff.
5.2 (2 P) a) Wahr. b) Wahr. c) Falsch - das ist der DBMS-Fall; CEP wertet einen fließenden Ereignisstrom aus. d) Wahr.
5.3 (3 P)
a) (2 P) Summe der 7 Tage:
b) (1 P) ist , aber nicht , also .
Dies ist ein Beispiel für iteratives CEP: aus dem low-level Ereignis (7-Tage-Inzidenz) wird ein high-level Ereignis (Kritikalitätsstufe als Grundlage für Maßnahmen) abgeleitet.
5.4 (2 P) Ein Sliding Window betrachtet nur den jüngsten Ausschnitt des Stroms. Parameter: n - Dauer (duration) = Breite/Länge des Fensters; m - Häufigkeit (windowing frequency) = Schrittweite, um die das Fenster weiterrückt. Zwei Anwendungen (je 0,5 P), z.B.: Betrugserkennung, Predictive Maintenance, Logistik, Wertpapierhandel, COVID-19 Monitoring.
Falle: Der 7-Tage-Kritikalitätsscore der Folien nimmt das Minimum über die letzten 7 Tage - eine Stufe wird nur erreicht, wenn sie an allen 7 Tagen gehalten wurde. Hier ist aber nur die einfache Kritikalität einer einzelnen 7-Tage-Inzidenz gefragt.
Aufgabe 6 - Computer Vision: Neuron, Backprop, Faltung & Pooling (15 P)
Kapitel: EKI06 - Computer Vision
6.1 Künstliches Neuron & Sigmoid (3 P)
Ein Neuron hat drei Eingänge , , mit Gewichten , , und Bias .
a) Berechnen Sie die gewichtete Summe (1 P). b) Berechnen Sie die Ausgabe (1 P). Hinweis: . c) Berechnen Sie die Ableitung der Sigmoid an dieser Stelle, (1 P).
6.2 Backpropagation (4 P)
a) Nennen Sie die 5 Schritte der Backpropagation in der richtigen Reihenfolge (2 P). b) Das Ausgabeneuron aus 6.1 hat und den Zielwert . Berechnen Sie seinen Korrekturwert (2 P).
6.3 Faltung / Convolution (5 P)
Falten Sie das folgende 4x4-Bild mit dem 3x3-Filter (Schrittweite 1, keine Randauffüllung).
Bild (4x4) Filter (3x3)
1 0 1 0 1 0 1
0 1 0 1 0 1 0
1 0 1 0 1 0 1
0 1 0 1
a) Berechnen Sie die vollständige Feature Map (2x2) (4 P). b) Geben Sie die allgemeine Formel für die Ausgabegröße bei Eingabegröße , Filtergröße und Schrittweite an und wenden Sie sie hier an (1 P).
6.4 Pooling & Fully Connected (3 P)
a) Wenden Sie 2x2-Max-Pooling auf folgende 4x4-Eingabe an (2 P):
1 3 | 2 4
2 1 | 0 1
----+----
5 6 | 1 0
2 1 | 3 2
b) Wovon hängt die Anzahl der Neuronen in der letzten (Fully Connected) Ausgabeschicht bei der Bildklassifikation ab? (1 P)
Lösung Aufgabe 6
6.1 (3 P)
a) .
b) .
c) .
6.2 (4 P)
a) (2 P) 1) Trainingsdaten vorwärts durchs Netz leiten. 2) Fehler in der letzten Schicht berechnen (tatsächliche vs. gewünschte Ausgabe). 3) Korrekturwert für jedes Neuron der letzten Schicht berechnen. 4) Rückwärts iterieren (vorletzte bis Eingabeschicht) und unter Nutzung der der Folgeschicht berechnen. 5) Jedes Gewicht korrigieren mit dem seines Neurons.
b) (2 P) .
6.3 (5 P)
a) (4 P, je 1 P pro Feld) Elementweise Multiplikation des Filters mit dem jeweiligen 3x3-Ausschnitt, dann Summe.
- Oben links (Zeilen 0-2, Spalten 0-2):
- Oben rechts (Zeilen 0-2, Spalten 1-3):
- Unten links (Zeilen 1-3, Spalten 0-2):
- Unten rechts (Zeilen 1-3, Spalten 1-3):
b) (1 P) , also eine 2x2-Merkmalskarte. Die Faltung verkleinert das Bild, ohne die Nachbarschaftsbeziehungen zu verlieren.
6.4 (3 P)
a) (2 P) Maximum je 2x2-Block:
max(1,3,2,1)=3 max(2,4,0,1)=4
max(5,6,2,1)=6 max(1,0,3,2)=3
b) (1 P) Die Anzahl der Ausgabe-Neuronen entspricht der Anzahl der Klassen (bei MNIST z.B. 10).
Tipp: Der symmetrische "Schachbrett"-Filter aus 6.3 reagiert stark auf schachbrettartige Muster (Ergebnis 5) und gar nicht auf die verschobene Phase (Ergebnis 0) - so extrahiert eine Faltung genau ein Merkmal.
Aufgabe 7 - NLP: Bag-of-Words, tf-idf, Pipeline (11 P)
Kapitel: EKI07 - Natural Language Processing
7.1 Bag-of-Words (3 P)
Erstellen Sie das Bag-of-Words (Wort : Häufigkeit) für folgenden Text (kleinschreiben, Satzzeichen ignorieren):
"The cat sat on the mat. The mat was flat."
7.2 tf-idf (4 P)
Der Korpus hat Dokumente. Verwenden Sie und .
a) Berechnen Sie die idf des Wortes "the", das in Dokumenten vorkommt (1 P). b) Berechnen Sie die idf des Wortes "neural", das in Dokumenten vorkommt (1 P). c) Das Wort "neural" kommt im betrachteten Dokument -mal vor. Berechnen Sie sein tfidf-Gewicht (1 P). d) Erklären Sie in einem Satz, warum häufige Füllwörter durch tf-idf abgewertet werden (1 P).
7.3 scikit-learn-Pipeline (2 P)
Nennen Sie die drei Komponenten der Textklassifikations-Pipeline in der richtigen Reihenfolge und geben Sie an, was jede tut.
7.4 Grenzen von BoW & n-Gramme (2 P)
a) Welche zwei Informationen gehen im Bag-of-Words-Modell verloren, und was fügt das n-Gramm-Modell hinzu? (1 P) b) Nennen Sie zwei der sechs NLP-Bereiche mit ihrem Eingabe -> Ausgabe-Verhalten. (1 P)
Lösung Aufgabe 7
7.1 (3 P) Tokens: the, cat, sat, on, the, mat, the, mat, was, flat.
(2 P Zählungen korrekt, 1 P "the":3 und "mat":2 richtig erkannt.)
7.2 (4 P)
a) .
b) .
c) .
d) (1 P) Ein Wort, das in fast allen Dokumenten vorkommt (hohe df), hat eine idf nahe 0; sein tf-idf-Gewicht wird dadurch klein, egal wie oft es im Text steht - es ist wenig unterscheidungsstark.
7.3 (2 P) 1. CountVectorizer - Tokenisierung, Zählen, Stoppwort-Filter (Bag-of-Words). 2. TfidfTransformer - wandelt Zählungen in tf-idf-Gewichte um. 3. MultinomialNB (Naive Bayes) - der Classifier, der das Label vorhersagt.
7.4 (2 P)
a) (1 P) BoW verliert Grammatik und Wortreihenfolge. n-Gramme (Sequenzen aus N aufeinanderfolgenden Worten) erfassen ein Stück Kontext/Reihenfolge.
b) (1 P) Zwei von: Information Retrieval (Text -> relevante Dokumente); Textklassifikation (Text -> Kategorie); Information Extraction (Text -> Wissensgraph); Question Answering (Fragetext -> Antworttext); Maschinelles Übersetzen (Sprache A -> Sprache B); Texterzeugung (Wissensgraph -> Text).
Tipp: idf mit : ergibt immer 0, ergibt 1, ergibt 2 - so lassen sich die Werte ohne Taschenrechner ablesen.
Aufgabe 8 - Unsupervised: k-Means-Iteration & PCA (12 P)
Kapitel: EKI09 - Unsupervised Learning
8.1 k-Means: eine Iteration (5 P)
Gegeben sind fünf 1D-Punkte und mit den zufälligen Startzentren , .
a) Ordnen Sie jeden Punkt dem nächsten Zentrum zu und geben Sie und an (2 P). b) Berechnen Sie die neuen Zentren , (2 P). c) Zeigen Sie, dass der Algorithmus nach der nächsten Zuordnung konvergiert (1 P).
8.2 PCA (4 P)
a) Nennen Sie die Kernschritte des PCA-Algorithmus (Zentrieren bis Hauptkomponenten) (2 P). b) Eine PCA liefert folgende erklärte Varianzen: PC1 = 0,0096; PC2 = 0,0029; PC3 = 0,0018; PC4 = 0,0013; PC5 = 0,0003. Welche Komponenten behält man für einen 2D-Plot, und welcher Anteil der Gesamtvarianz wird damit erfasst? (2 P)
8.3 Normalisierung & Distanz (3 P)
a) Warum muss man vor k-Means die Features normalisieren? (2 P) b) Geben Sie die Min-Max-Normalisierungsformel an. (1 P)
Lösung Aufgabe 8
8.1 (5 P)
a) (2 P) Zuordnung zum näheren Zentrum:
- : vs. ->
- : vs. ->
- : vs. ->
- : vs. ->
- : vs. ->
, .
b) (2 P) Zentroide als Mittelwert:
c) (1 P) Nächste Zuordnung mit , : bleiben näher an ; bleiben näher an . Die Mengen ändern sich nicht -> die Zentren bleiben gleich -> Konvergenz. Endzentren , .
8.2 (4 P)
a) (2 P) 1. Features zentrieren (Mittelwert null). 2. Kovarianzmatrix berechnen (symmetrisch, ). 3. Eigenvektoren und Eigenwerte bestimmen (). 4. Eigenvektoren nach absteigendem Eigenwert sortieren. 5. Hauptkomponenten als Linearkombinationen der Features bilden (größter Eigenwert -> PC1, zweitgrößter -> PC2, ...).
b) (2 P) Man behält PC1 und PC2 (sie tragen die meiste Varianz). Anteil:
8.3 (3 P)
a) (2 P) k-Means nutzt den euklidischen Abstand. Haben Features sehr unterschiedliche Wertebereiche (z.B. Alter 20-80 vs. Einkommen 20.000-100.000), dominiert das Feature mit großer Skala die Distanz und verzerrt die Cluster. Normalisierung bringt alle Features auf eine vergleichbare Skala.
b) (1 P)
Falle: "Normalisierung" heißt hier Min-Max-Skalierung auf (Clustering), während sie im PCA-Algorithmus nur Zentrieren (Mittelwert null) bedeutet - gleicher Name, zwei verschiedene Operationen.
Aufgabe 9 - Ethik: Szenario & Wahr/Falsch (7 P)
Kapitel: EKI08 - Ethische Aspekte der KI
9.1 Wahr oder Falsch? (4 P)
Kreuzen Sie an (je 1 P):
| Aussage | Wahr | Falsch |
|---|---|---|
| a) "Hype" wird im Foliensatz als Hyperbel (rhetorische Übertreibung) definiert. | ☐ | ☐ |
| b) Bias im ML entsteht, weil Modelle aus historischen Daten lernen und Vorurteile der Vergangenheit in die Zukunft projizieren. | ☐ | ☐ |
| c) Ein Herzschrittmacher ist laut Folien kein Beispiel für einen Cyborg. | ☐ | ☐ |
| d) Autonome Waffen werden im offenen Brief des Future of Life Institute als "dritte Revolution der Kriegsführung" bezeichnet. | ☐ | ☐ |
9.2 Szenario (3 P)
a) Erläutern Sie am ProPublica/COMPAS-Beispiel (Vernon Prater vs. Brisha Borden), was es über Bias im maschinellen Lernen zeigt (2 P). b) Nennen Sie ein Anwendungsfeld aus dem Foliensatz, in dem eine maschinelle Fehlentscheidung gravierende Folgen hatte, und benennen Sie das konkrete Beispiel (1 P).
Lösung Aufgabe 9
9.1 (4 P) a) Wahr - Hype = Hyperbel/Übertreibung, belegt mit Fehlprognosen (Minsky 1967/1970, Kurzweil 2005). b) Wahr. c) Falsch - Herzschrittmacher (wie Hörgeräte, Brillen) ist gerade ein alltägliches Cyborg-Beispiel. d) Wahr.
9.2 (3 P)
a) (2 P) Die Software zur Vorhersage künftiger Straftäter gab dem weißen Angeklagten Vernon Prater einen niedrigen Risiko-Score (3) und der schwarzen Angeklagten Brisha Borden einen hohen Score (8), obwohl Borden nicht rückfällig wurde. Das zeigt: Ein algorithmischer Score kann trotz gegenteiliger tatsächlicher Entwicklung eine Gruppe systematisch benachteiligen. Bias entsteht nicht durch böse Absicht, sondern durch verzerrte Trainingsdaten und Modellannahmen - historische Vorurteile werden fortgeschrieben.
b) (1 P) Hochfrequenzhandel (HFT) mit dem Flash Crash (abrupter Kurseinbruch des E-mini S&P 500) - oder alternativ autonome Waffen als Feld unkontrollierter Delegation folgenreicher Entscheidungen.
Tipp: Die Leitfrage des Kapitels lautet "Wer soll entscheiden, Mensch oder Maschine?" - alle Beispiele (Bias, HFT, autonome Waffen) illustrieren das Spannungsfeld zwischen schnelleren Maschinenentscheidungen und gravierenden Fehlerfolgen bei unklarer Verantwortung.
Punkteschlüssel
| Punkte | Note |
|---|---|
| 95 - 100 | 1,0 |
| 90 - 94 | 1,3 |
| 85 - 89 | 1,7 |
| 80 - 84 | 2,0 |
| 75 - 79 | 2,3 |
| 70 - 74 | 2,7 |
| 65 - 69 | 3,0 |
| 60 - 64 | 3,3 |
| 55 - 59 | 3,7 |
| 50 - 54 | 4,0 |
| 0 - 49 | 5,0 (nicht bestanden) |
Summe: 8 + 14 + 12 + 11 + 10 + 15 + 11 + 12 + 7 = 100 Punkte. Bestanden ab 50 Punkten.