Probeklausur 3 - Künstliche Intelligenz (EKI)
Dauer: 90 Minuten · Hilfsmittel: ein beidseitig handbeschriebenes DIN-A4-Blatt, keine elektronischen Geräte · Gesamt: 90 Punkte
Versuchen Sie zuerst, jede Aufgabe selbst zu lösen, bevor Sie die Musterlösung aufklappen - so erkennen Sie Ihre Lücken am ehrlichsten.
Diese Probeklausur ist ein breiter Durchlauf durch den gesamten Kurs: Jeder der neun Themenblöcke kommt vor, mit Schwerpunkt auf Rechenaufgaben (Regressionsmaße, Kreuzvalidierung, Faltung, euklidischer Abstand, k-Means) und dem Schreiben von SPARQL-Queries. Rechnen Sie in nachvollziehbaren Schritten - Zwischenschritte geben Punkte.
| Aufgabe | Thema | Punkte | Empf. Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Einführung, KI-Landkarte und Geschichte | 12 | 10 min |
| 2 | Maschinelles Lernen: Klassifikation und Regression | 16 | 17 min |
| 3 | Wissensrepräsentation und SPARQL | 14 | 14 min |
| 4 | Computer Vision (CNN) | 14 | 15 min |
| 5 | Unsupervised Learning | 14 | 15 min |
| 6 | Complex Event Processing und NLP | 12 | 12 min |
| 7 | Ethische Aspekte der KI | 8 | 7 min |
| Summe | 90 | 90 min |
Behandelte Kapitel: 00 Einführung, 02 Klassifikation, 03 Regression, 04 Wissensrepräsentation, 05 Complex Event Processing, 06 Computer Vision, 07 NLP, 08 Ethik, 09 Unsupervised Learning.
Aufgabe 1 - Einführung, KI-Landkarte und Geschichte (12 P)
Bezug: Kapitel 00 - Einführung
1.1 Multiple Choice (6 P)
Kreuzen Sie jeweils die eine richtige Antwort an (je 1,5 P).
(a) In welche Phase des Gartner Hype-Zyklus ordnet man den historischen "KI-Winter" ein?
- A) Technology Trigger
- B) Peak of Inflated Expectations
- C) Trough of Disillusionment
- D) Plateau of Productivity
(b) Auf welchem Workshop wurde der Begriff "Artificial Intelligence" geprägt?
- A) Turing-Konferenz 1950
- B) Dartmouth-Workshop 1956
- C) Gartner-Symposium 1965
- D) Stanford-Kongress 1972
(c) Zu welchem Paradigma der KI-Landkarte gehört Complex Event Processing (Reasoning)?
- A) Non-symbolic AI / Machine Learning
- B) Symbolic AI / Knowledge-based AI
- C) Reinforcement Learning
- D) Keinem der beiden Paradigmen
(d) Welche Fähigkeit der KI-Landkarte gehört zu "Acquiring intelligence" (Intelligenz erwerben)?
- A) Perceiving (Computer Vision)
- B) Communicating (NLP)
- C) Knowing (Knowledge Representation)
- D) Acting (Robotics)
1.2 Kurzantwort - Geschichte (3 P)
Skizzieren Sie in drei bis vier Sätzen die Geschichte der KI von den Anfängen bis zum KI-Winter. Nennen Sie dabei mindestens zwei Personen und ein zentrales Ereignis.
1.3 Kurzantwort - KI heute (3 P)
Erklären Sie, in welcher Hinsicht KI heute "relevant und überall" ist. Nennen Sie drei konkrete Alltagsanwendungen aus der Vorlesung.
Lösung Aufgabe 1
1.1 (6 P, je 1,5 P)
- (a) C) Trough of Disillusionment - das "Tal der Ernüchterung" entspricht genau dem KI-Winter (enttäuschte Erwartungen, Förderkürzungen, Marktkollaps).
- (b) B) Dartmouth-Workshop 1956 - dort wurde der Begriff "Artificial Intelligence" gebildet (Teilnehmer u.a. McCarthy, Minsky, Shannon, Newell, Simon).
- (c) B) Symbolic AI / Knowledge-based AI - Reasoning (mit Logic programming, Probabilistic reasoning und CEP) zählt zur symbolischen, wissensbasierten KI.
- (d) C) Knowing (Knowledge Representation) - "Knowing" und "Learning" liegen unten bei "Acquiring intelligence"; Perceiving, Communicating und Acting gehören zu "Applying intelligence".
1.2 (3 P) Erwartet werden (je Punkt ca. 1 P):
- Anfänge: Alan Turing (Berechenbarkeit, Turing-Test); Dartmouth-Workshop 1956 (Begriffsbildung, McCarthy/Minsky u.a.); erste Anwendungen wie der Logic Theorist (McCarthy).
- AI-Hype (ca. 1960-80): überzogene Versprechen und starke Förderung, vor allem in den USA (z.B. Minsky-Zitate).
- KI-Winter (ca. 1980-90): enttäuschte Erwartungen, massive Förderkürzungen, Kollaps des KI-Markts - Musterbeispiel eines Hype-Zyklus.
1.3 (3 P) KI ist keine ferne Zukunftsvision, sondern in Alltags- und Profi-Produkte integriert (1 P für die Kernaussage). Drei Beispiele aus der Vorlesung (je 0,5 P, drei genügen für die restlichen 2 P), z.B.: digitale Sprachassistenten, Gesichtserkennung in Kameras, Spam-Erkennung bei E-Mail, KI in Computerspielen, semantische Suche, maschinelle Übersetzung.
Tipp: Merken Sie sich die fünf Hype-Zyklus-Phasen in Reihenfolge (Trigger, Peak, Trough, Slope, Plateau) und die Zuordnung KI-Winter = Trough. Falle: "Acquiring" (unten: Learning, Knowing) und "Applying" (oben: Perceiving, Communicating, Reasoning, Acting) werden gern verwechselt.
Aufgabe 2 - Maschinelles Lernen: Klassifikation und Regression (16 P)
Bezug: Kapitel 02 - Klassifikation, Kapitel 03 - Regression
2.1 Klassifikation vs. Regression (3 P)
Grenzen Sie die beiden Aufgaben des überwachten Lernens gegeneinander ab (Art des Ausgabewerts). Geben Sie je ein Beispiel an.
2.2 Entropie rechnen (4 P)
Eine Datenmenge enthält 6 Elemente der Klasse A und 2 Elemente der Klasse B (also 8 insgesamt). Berechnen Sie die Entropie
Hinweis (kein Taschenrechner erlaubt): , also und .
2.3 Regressionsmaße MAE, MSE, RMSE (6 P)
Ein Regressionsmodell liefert für Filme die Vorhersagen ; die tatsächlichen Werte sind . Berechnen Sie MAE, MSE und RMSE.
Hinweis: .
2.4 k-fache Kreuzvalidierung (3 P)
Erklären Sie in Stichworten das Prinzip der k-fachen Kreuzvalidierung. Eine 5-fache Kreuzvalidierung liefert die Accuracy-Werte . Berechnen Sie das Gesamtergebnis.
Lösung Aufgabe 2
2.1 (3 P)
- Klassifikation sagt eine diskrete Kategorie voraus (Ausgabe = Klasse), z.B. Spam-Filter oder Fraud-Detection (1,5 P).
- Regression sagt einen kontinuierlichen / numerischen Wert voraus, z.B. Aktienkurs- oder Box-Office-Vorhersage (1,5 P).
Merksatz: Klassifikation = Kategorie, Regression = Zahl.
2.2 (4 P) Relative Anteile: , (1 P).
(2 P Einsetzen, 1 P Ergebnis .) Die Menge ist überwiegend, aber nicht rein einer Klasse zugehörig, daher liegt deutlich unter 1 (Maximum bei 50/50).
2.3 (6 P) Abweichungen : (1 P).
(je 2 P für MAE, MSE, RMSE; RMSE hat dieselbe Einheit wie die Zielgröße.)
2.4 (3 P) Prinzip (2 P): Datensatz in Teile (Folds) aufspalten; in Iterationen jeweils Folds zum Training und 1 Fold zur Validierung nutzen; danach die Ergebnisse mitteln.
Gesamtergebnis (1 P):
Tipp: Bei der Regression prüft man mit
cross_val_score(model, X, y, scoring='neg_root_mean_squared_error'); Default ist sonstscoring='accuracy'mit . Falle: MSE ist nicht in der Einheit der Zielgröße - dafür ist RMSE da. Vergessen Sie beim MSE nicht das Quadrieren der negativen Abweichungen.
Aufgabe 3 - Wissensrepräsentation und SPARQL (14 P)
Bezug: Kapitel 04 - Wissensrepräsentation
Verwenden Sie durchgehend den Präfix
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
Relevante Klassen/Attribute: Movie (u.a. :title, :overview, :genres, :production_companies), Genre (:name), Company (:name).
3.1 Einfache SELECT-Query (3 P)
Schreiben Sie eine Query, die die Titel aller Filme zurückgibt.
3.2 Query mit Bedingung (3 P)
Schreiben Sie eine Query, die die overview (Handlungsbeschreibung) genau des Films mit dem Titel "The Lost City of Z" liefert.
3.3 Join (4 P)
Schreiben Sie eine Query, die Filmtitel zusammen mit dem Namen ihrer Produktionsfirma ausgibt (Spalten ?t und ?n). Erklären Sie in einem Satz, wodurch der Join zustande kommt.
3.4 DISTINCT (2 P)
Passen Sie die Query aus 3.3 so an, dass nur die eindeutigen Firmennamen (ohne Duplikate) zurückgegeben werden.
3.5 Ergebnisformat (2 P)
Wie viele Spalten und wie viele Zeilen hat das Ergebnis einer SPARQL-Query allgemein?
Lösung Aufgabe 3
3.1 (3 P)
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
SELECT ?t
WHERE {
?m a :Movie ;
:title ?t .
}
(1 P SELECT ?t, 1 P Muster ?m a :Movie, 1 P :title ?t.)
3.2 (3 P) Der konkrete Wert am Prädikat :title schränkt das Muster ein:
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
SELECT ?o
WHERE {
?m a :Movie ;
:title "The Lost City of Z" ;
:overview ?o .
}
3.3 (4 P)
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
SELECT ?t ?n
WHERE {
?m a :Movie ;
:title ?t ;
:production_companies ?c .
?c :name ?n .
}
Erklärung (1 P): Die Variable ?c wird an zwei Stellen benutzt und erzwingt jedes Mal denselben Wert - dadurch werden die Film-Tripel mit den Firmen-Tripeln verbunden (Join).
3.4 (2 P) DISTINCT vor die Variable setzen und nur den Firmennamen selektieren:
PREFIX : <https://www.themoviedb.org/kaggle-export/>
SELECT DISTINCT ?n
WHERE {
?m a :Movie ;
:production_companies ?c .
?c :name ?n .
}
3.5 (2 P) Das Ergebnis ist eine Tabelle mit einer Spalte je Query-Variable und einer Zeile je Zuweisung, die auf das WHERE-Muster passt.
Tipp:
aist die Abkürzung fürrdf:type("ist ein"); das Semikolon;verkettet Tripel mit demselben Subjekt. Falle: OhneDISTINCTerscheinen häufige Werte (z.B. Genre- oder Firmennamen) vielfach - genau das war der Unterschied 7511 vs. 20 Ergebnisse im Skript.
Aufgabe 4 - Computer Vision (CNN) (14 P)
Bezug: Kapitel 06 - Computer Vision
4.1 CNN-Bausteine (4 P)
Erklären Sie kurz die Aufgabe der drei zentralen Schichttypen eines CNN: Convolutional Layer, Pooling Layer und Fully Connected Layer.
4.2 Faltung rechnen (6 P)
Falten Sie das folgende -Bild mit dem -Filter (Schrittweite 1, keine Randauffüllung).
Bild:
1 1 0 1 0
0 1 1 0 1
1 1 0 0 1
0 1 1 1 0
1 0 1 0 1
Filter:
1 0 1
0 1 0
1 0 1
Berechnen Sie den Wert oben links der Merkmalskarte Schritt für Schritt und geben Sie anschließend die vollständige -Merkmalskarte an.
4.3 Max-Pooling (2 P)
Wenden Sie 2x2-Max-Pooling (nicht überlappend) auf die folgende -Eingabe an:
2 5 1 3
7 1 4 2
0 6 8 1
3 2 5 9
4.4 Ausgabegröße (2 P)
Ein Bild der Größe wird mit einem Filter der Größe bei Schrittweite ohne Randauffüllung gefaltet. Wie groß ist die Merkmalskarte? Geben Sie die verwendete Beziehung an.
Lösung Aufgabe 4
4.1 (4 P, je ca. 1,3 P)
- Convolutional Layer: Filtert das Bild mit einem kleineren Kernel; betrachtet Pixel nur im Zusammenhang mit ihren Nachbarn, erhält so räumliche Beziehungen und verkleinert das Bild.
- Pooling Layer: Fasst Bildregionen zusammen (Maximum, Durchschnitt oder Summe, z.B. 2x2-Max-Pooling) und reduziert damit Auflösung und Komplexität.
- Fully Connected Layer: Jedes Neuron ist mit allen Neuronen der Nachbarschichten verbunden; steht am Ende und übernimmt die Klassifikation (Anzahl Ausgabe-Neuronen = Anzahl Klassen).
4.2 (6 P) Wert oben links: Filter auf den -Ausschnitt oben links legen, elementweise multiplizieren, aufsummieren (3 P):
Vollständige Merkmalskarte (3 P):
3 4 1
3 3 3
4 2 4
4.3 (2 P) Maximum je -Block: oben links , oben rechts , unten links , unten rechts :
7 4
6 9
4.4 (2 P) , also eine -Merkmalskarte. (Beziehung: bei ohne Padding.)
Tipp: Bei der Faltung nur die Filterzellen mit Gewicht 1 aufaddieren - die 0-Zellen tragen nichts bei und sparen Rechenzeit. Falle: Aus wird durch die -Faltung (nicht ); die Größe schrumpft um je Achse.
Aufgabe 5 - Unsupervised Learning (14 P)
Bezug: Kapitel 09 - Unsupervised Learning
5.1 Euklidischer Abstand (3 P)
Berechnen Sie den euklidischen Abstand der Punkte und .
5.2 Min-Max-Normalisierung (4 P)
Das Feature "Alter" hat im Datensatz die Werte . Normalisieren Sie alle vier Werte per Min-Max auf :
Erklären Sie in einem Satz, warum eine solche Normalisierung vor k-Means wichtig ist.
5.3 k-Means: Zuordnung (4 P)
Gegeben sind vier Punkte und zwei aktuelle Clusterzentren und :
Ordnen Sie jeden Punkt dem näheren Zentrum zu. Verwenden Sie zum Vergleich das Quadrat des euklidischen Abstands (dann brauchen Sie keine Wurzel).
5.4 k-Means: Update der Zentroide (3 P)
Berechnen Sie mit Ihrer Zuordnung aus 5.3 die neuen Clusterzentren
Lösung Aufgabe 5
5.1 (3 P)
5.2 (4 P) , , Spannweite (1 P):
(2 P für die vier Werte.) Begründung (1 P): Ohne Normalisierung dominiert das Feature mit dem größeren Wertebereich (z.B. Einkommen) den euklidischen Abstand, wodurch andere Features (z.B. Alter) praktisch ignoriert werden.
5.3 (4 P) Quadrierte Abstände :
| Punkt | zu | zu | Zuordnung |
|---|---|---|---|
Ergebnis: , (je 1 P pro korrekt zugeordnetem Punkt).
5.4 (3 P)
(1,5 P je Zentrum.) ändert sich hier nicht, verschiebt sich leicht nach oben.
Tipp: Die Zuordnung in k-Means nutzt - das Vergleichen der quadrierten Abstände erspart das Wurzelziehen (die Reihenfolge bleibt gleich). Falle: "Normalisierung" heißt hier Min-Max-Skalierung auf ; im PCA-Algorithmus meint dasselbe Wort das Zentrieren auf Mittelwert null - nicht verwechseln.
Aufgabe 6 - Complex Event Processing und NLP (12 P)
Bezug: Kapitel 05 - Complex Event Processing, Kapitel 07 - NLP
6.1 CEP: Definition und Abgrenzung (3 P)
Definieren Sie Complex Event Processing (CEP). Worin liegt der zentrale Unterschied zwischen einem klassischen DBMS und CEP (bezüglich Daten und Regel/Query)?
6.2 Sliding Window (3 P)
Nennen Sie die beiden Parameter eines Sliding ("Rolling") Window. Berechnen Sie danach die gleitende Summe mit Fensterbreite 3 für die Reihe (pandas-Verhalten, rolling(window=3).sum()).
6.3 Bag-of-Words (3 P)
Erstellen Sie das Bag-of-Words (Wort-Häufigkeiten) für den Text:
"The cat sat. The dog sat too."
(Kleinschreibung, Satzzeichen ignorieren.)
6.4 tf-idf (3 P)
Ein Korpus hat Dokumente. Berechnen Sie die inverse Dokumenthäufigkeit für (a) das Wort "the" mit und (b) das Wort "drama" mit . Was folgt daraus für die Gewichtung häufiger Füllwörter?
Lösung Aufgabe 6
6.1 (3 P) Definition (1,5 P): CEP ist das Verarbeiten eines Stroms von Ereignissen und das Ableiten von Schlüssen daraus.
Unterschied (1,5 P):
| Aspekt | DBMS | CEP |
|---|---|---|
| Daten | persistent gespeichert | fließender Ereignisstrom |
| Query / Regel | volatil (einmalig ausgeführt) | Regel persistent (läuft dauerhaft mit) |
Kurz: Beim DBMS kommen die Daten zur Query; bei CEP liegt die Regel dauerhaft am vorbeifließenden Datenstrom.
6.2 (3 P) Parameter (1 P): n = Dauer (duration), die Fensterbreite, und m = Häufigkeit (windowing frequency), der Versatz zwischen aufeinanderfolgenden Fensterpositionen.
Gleitende Summe, Fensterbreite 3 (2 P) - die ersten beiden Positionen sind NaN, da noch kein volles Fenster vorliegt:
NaN, NaN, 12, 18, 24
denn , , .
6.3 (3 P)
BoW = {"the": 2, "cat": 1, "sat": 2, "dog": 1, "too": 1}
("the" und "sat" je zweimal, der Rest je einmal; Reihenfolge und Grammatik gehen im BoW verloren.)
6.4 (3 P)
- (a) "the": (1 P).
- (b) "drama": (1 P).
Folgerung (1 P): Ein Wort, das in fast allen Dokumenten vorkommt (hohe df), erhält idf nahe 0 und damit Gewicht 0 - häufige Füllwörter werden also abgewertet, seltene, unterscheidungsstarke Wörter aufgewertet.
Tipp: Beim Sliding Window entstehen genau führende NaN-Werte, bevor das erste vollständige Fenster gefüllt ist. Falle: BoW zählt Häufigkeiten ohne Reihenfolge/Grammatik; tf-idf ist tf mal idf - die idf allein reicht nicht als Gewicht.
Aufgabe 7 - Ethische Aspekte der KI (8 P)
Bezug: Kapitel 08 - Ethik
7.1 Wahr oder Falsch (5 P)
Entscheiden Sie je Aussage "wahr" oder "falsch" (je 1 P).
- "Hype" wird im Kapitel ausdrücklich als Hyperbel (Übertreibung) definiert.
- Hörgeräte und Herzschrittmacher gelten als alltägliche Beispiele für Cyborgs.
- Bias im maschinellen Lernen entsteht in erster Linie durch die böse Absicht der Entwickler.
- Der offene Brief des Future of Life Institute bezeichnet autonome Waffen als "dritte Revolution der Kriegsführung".
- Der Flash Crash ist ein Beispiel für eine fehlerfreie, vorbildliche maschinelle Entscheidung.
7.2 Szenario (3 P)
Ein Unternehmen trainiert ein ML-Modell auf historischen Einstellungsdaten, um Bewerbungen automatisch vorzusortieren. Erklären Sie das ethische Risiko dieses Vorgehens, benennen Sie das zugrunde liegende Phänomen und stellen Sie einen Bezug zur Leitfrage des Kapitels her.
Lösung Aufgabe 7
7.1 (5 P, je 1 P)
- Wahr - Hype ist als Hyperbel/Übertreibung definiert (illustriert durch Fehlprognosen von Minsky und Kurzweil).
- Wahr - Hörgeräte, Herzschrittmacher und Brillen sind die alltäglichen Cyborg-Beispiele (neben Neil Harbisson und Amanda Kitts).
- Falsch - Bias entsteht nicht durch böse Absicht, sondern durch verzerrte Trainingsdaten und Modellannahmen (Vorurteile der Vergangenheit werden in die Zukunft projiziert).
- Wahr - der Brief beschreibt autonome Waffen als dritte Revolution der Kriegsführung (nach Schießpulver und Atomwaffen).
- Falsch - der Flash Crash steht für eine maschinelle Fehlentscheidung mit abrupten Marktverwerfungen.
7.2 (3 P)
- Risiko / Phänomen (1,5 P): Das Modell lernt aus historischen Daten und übernimmt darin enthaltene Verzerrungen - Bias im ML. Waren früher bestimmte Gruppen benachteiligt, projiziert das Modell diese Vorurteile in künftige Einstellungsentscheidungen, ohne dass eine böse Absicht nötig ist.
- Beleg / Analogie (0,5 P): Vergleichbar mit dem ProPublica/COMPAS-Beispiel (Risiko-Scores benachteiligten schwarze Angeklagte).
- Bezug zur Leitfrage (1 P): "Wer soll entscheiden, Mensch oder Maschine?" Bei folgenreichen, die Lebenschancen betreffenden Entscheidungen spricht das Beispiel dafür, die letzte Entscheidung beim Menschen zu belassen bzw. die automatische Vorsortierung kritisch zu prüfen und die Trainingsdaten zu bereinigen.
Tipp: Bei Bias-Fragen ist die Kernaussage stets: verzerrte Daten, nicht böse Absicht - "Vorurteile der Vergangenheit in die Zukunft projizieren". Falle: Das Kapitel liefert bewusst keine fertigen Antworten, sondern Diskussionsimpulse - eine gute Antwort benennt das Spannungsfeld (bessere vs. Fehlentscheidungen), statt eine einseitige Lösung zu behaupten.
Punkteschlüssel
| Aufgabe | Thema | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Einführung, KI-Landkarte und Geschichte | 12 |
| 2 | Maschinelles Lernen: Klassifikation und Regression | 16 |
| 3 | Wissensrepräsentation und SPARQL | 14 |
| 4 | Computer Vision (CNN) | 14 |
| 5 | Unsupervised Learning | 14 |
| 6 | Complex Event Processing und NLP | 12 |
| 7 | Ethische Aspekte der KI | 8 |
| Summe | 90 |
Notenschlüssel (Richtwert)
| Punkte | Note |
|---|---|
| 85,5 - 90,0 | 1,0 |
| 79,5 - 85,0 | 1,3 |
| 76,5 - 79,0 | 1,7 |
| 70,5 - 76,0 | 2,0 |
| 67,5 - 70,0 | 2,3 |
| 63,0 - 67,0 | 2,7 |
| 58,5 - 62,5 | 3,0 |
| 54,0 - 58,0 | 3,3 |
| 49,5 - 53,5 | 3,7 |
| 45,0 - 49,0 | 4,0 |
| unter 45,0 | 5,0 (nicht bestanden) |
Bestanden ab 45 Punkten (50 %). Viel Erfolg!